Januar 30

Microsoft intensiviert strategische Ausrichtung auf Big Data

Akquisitionen im Machine Learning-Bereich, Einstiegsangebot für Power BI und kommerzielle Verfügbarkeit der Microsoft Cosmos Plattform

diese Woche zeigt einmal mehr den Fokus von Microsoft auf Big Data. Dienstag wurde das neue Angebot für Power BI bekannt gegeben. Mit dem Tool können Unternehmensdaten verwaltet und visualisiert werden. Die Basisversion ist kostenlos. Für die Pro-Version senkt Microsoft ab 1. Februar den Preis auf 9,99 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Seit kurzem führt Microsoft einen Test einer kommerziellen Version von Cosmos durch. Bislang wurde der Dienst, bestehend aus Engines für Analyse und Storage, nur intern genutzt.

Und gleich zu Anfang der Woche hat Microsoft die Übernahme von Revolution Analytics angekündigt, dem führenden Anbieter von Software und Services rund um „R“, die quelloffene und weltweit meistgenutzte Programmiersprache für Statistikanwendungen und Predictive Analytics. „R“ ist bereits in vielen Unternehmen im Einsatz und wird zum Beispiel auch von Microsoft innerhalb von Azure Machine Learning-Services verwendet, um prädiktive Workflows und Experimente umsetzen zu können: „Diese Akquisition wird für einen neuen Schub in den Unternehmen sorgen, die moderne Echtzeit-Analysemethoden für die explosionsartig wachsenden Datenmengen einsetzen wollen“, kommentiert Hans Wieser, Big Data Business Lead bei Microsoft, die Übernahme.

Die Echtzeitverarbeitung großer und unstrukturierter Datenmengen („Big Data“) steht bei Unternehmen aller Branchen und Größen auf der digitalen Agenda ganz oben: Durch Predictive Analytics dieser Datenmengen lassen sich bisher unmögliche Einblicke in Geschäftsabläufe sowie völlig neue Geschäftsmodelle generieren, die Unternehmen helfen, im internationalen Wettbewerb Schritt zu halten. Big Data spült unzählige Informationen in die Unternehmen, mit denen Leistung planbarer und strategische Entscheidungen einfacher werden.

Daten sind das neue Öl, müssen aber noch veredelt werden
Der Rohstoff für solche Analysen liegt bereits vor, muss aber vor seiner Nutzung noch veredelt werden. Ihr wahres Potenzial als das „neue Öl“ entfalten Daten erst beim Anwender, der mit den richtigen Fragen eine Brücke zwischen ihnen und den für das Unternehmen sinnvollen Antworten schlägt. Anders als früher erlauben Predictive Analytics nicht nur Entscheidungen auf der Basis vergangener Daten, sondern mit Informationen, die im Jetzt entstehen und valide Vorhersagen für die Zukunft ermöglichen. Im besten Fall erhalten Unternehmen Antworten auf Fragen, von denen sie vorher nicht einmal wussten, dass sie diese überhaupt stellen können – über Prognosen, Szenarien und Simulationen in Echtzeit.

Predictive Analytics-Ansätze sind bisher aber häufig sehr aufwändig, erfordern spezielles Know-how und sind riskant sowie meist kostspielig in der Realisierung. In vielen Unternehmen klafft zudem noch eine große Kompetenzlücke zwischen dem Wollen und dem Können – nicht umsonst herrscht derzeit eine enorme Nachfrage nach hochqualifizierten „Data Scientists“, die diese Lücke schließen helfen.

Microsoft schafft echte End-to-End Predictive Analytics-Plattform
Genau diese Herausforderungen adressiert Microsoft mit der Akquisition von Revolution Analytics. Sie macht es möglich, dass noch mehr Mitarbeiter die Programmiersprache „R“ nutzen und die Unternehmen davon profitieren können. Neben Azure Machine Learning zur einfachen Erstellung von prädiktiven Analysemodellen und Power BI zur Visualisierung dieser Modelle – ergänzt um die neuen Optionen der Revolution Analytics-Technologien rund um „R“ – bietet Microsoft damit seinen Kunden eine echte End-to-End Predictive Analytics-Plattform für jeden Anspruch.

„Diese Übernahme wird dazu beitragen, Advanced Analytics auf Basis der Microsoft-Datenplattform in lokalen, in Hybrid Cloud-Umgebungen sowie in Microsoft Azure nutzen zu können“, so Hans Wieser. „Durch die Technologien und Services von Revolution Analytics versetzt Microsoft Unternehmen, „R“-Entwickler und Data Scientists in die Lage, einfacher und effektiver kostengünstige Anwendungen und Analyselösungen erstellen zu können.“

Microsoft ist aktiver Teil der Open Source-Community
Microsoft unterstützt nicht nur Linux in der Azure Cloud, sondern auch Hadoop mit dem Service Azure HDInsight. Das Unternehmen pflegt zudem eine enge Partnerschaft mit Hortonworks, um die Open Source-basierte Hadoop-Technologie für Unternehmen weiter auszubauen. HDInsight basiert vollständig auf Apache Hadoop und ermöglicht die Ausführung von Big Data-Lösungen in Microsoft Azure. Mit der Hortonworks Data Platform (HDP) lassen sich darüber hinaus auch Big Data-Anwendungen unter Windows Server oder Linux ausführen. Diese Flexibilität ist branchenweit einzigartig und ermöglicht es, vorhandene Apache Hadoop-Projekte zu nutzen, darunter Apache Pig, Hive, Sqoop und viele mehr.

Microsoft ist auch aktiver Teilnehmer in zahlreichen weiteren Open Source Software (OSS)-Projekten – allein auf CodePlex und GitHub liegt die Zahl der OSS-Vorhaben mit Beteiligung von Microsoft bei mehr als 1.600. Microsoft hat seit Jahren aktiv zur Weiterentwicklung des Linux Kernels beigetragen und auch an der Entwicklung von Open-Source Projekten wie Chef, Puppet, Docker, MongoDB, Redis und OpenJDK mitgearbeitet.

„Die Akquisition von Revolution Analytics ist mehr als die konsequente Fortführung und Erweiterung der eigenen Predictive Analytics-Technologien“, kommentiert Hans Wieser. „Es ist ein klares Statement: Microsoft schätzt Open Source.“

Viele Grüße Arnd Rößner


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Veröffentlicht30/01/2015 von Arnd Rößner in Kategorie "Allgemein